Der reine Zufall
Ich trage mehr Verantwortung als gedacht
ZEICHEN DER TUGEND
Ich werfe eine Münze und warte, bis der Zufall eine Entscheidung trifft.
Ich würfle und hoffe, dass der Zufall die Sechs auswählt.
Gibt es aber überhaupt einen wahren Zufall?
Sagen wir vielleicht „Zufall“, wenn bei einem bestimmten Geschehnis so viele Faktoren eine Rolle spielen, dass das Resultat dem menschlichen Auge als Zufall erscheint? Aber eigentlich ist auch dieses zufällige Ergebnis, wie jedes andere Ereignis, ein Resultat von „Ursache und Wirkung“?
In vielen Bereichen des Lebens verstehen wir das Prinzip von Ursache und Wirkung:
Ich arbeite und dafür bekomme ich Geld.
Ich trainiere und dadurch werde ich stärker.
Es regnet und deswegen ist das Gras nass.
Der Zufall spielt in diesen Beispielen keine Rolle. Ich verstehe, wie Ursache und Wirkung hier ihre Rollen einnehmen.
Doch sobald ein Geschehnis den Rahmen meines Verständnisses sprengt, muss ich die Wirkung dem Zufall zuordnen, weil ich keine angemessene Ursache identifizieren kann:
Heute fühle ich mich schlapp. Was für ein unglücklicher Zufall.
Heute lässt sich mein Auto nicht starten. Was für ein unglücklicher Zufall.
Wenn ich aber ein wenig nachdenke, erkenne ich, dass diese Geschehnisse doch nicht zufällig passiert sind:
Ich fühle mich schlapp, weil ich am Vorabend um Mitternacht noch genascht habe und dann viel zu spät ins Bett gegangen bin.
Mein Auto startet nicht, weil ich es gestern nicht aufgetankt habe.
Ursache und Wirkung nehmen ihren Lauf, auch wenn ich sie nicht erkenne.
Warum ist diese Erkenntnis wichtig?
Geschehnisse, die ich nicht verstehe, ordne ich dem Zufall zu.
Zufällige Geschehnisse kann ich nicht beeinflussen. Sie passieren einfach.
Je mehr ich verstehe, umso mehr Geschehnisse kann ich auf Ursache und Wirkung zurückführen.
Wenn ich weiß, welche Ursache zu welcher Auswirkung führt, kann ich Geschehnisse beeinflussen.
Kurz:
Wenn ich nur wenig verstehe, ist die Welt groß und rätselhaft, und mein Handeln bedeutet wenig.
Wenn ich aber mehr verstehe, erkenne ich, dass meine Gedanken und Handlungen Auswirkungen haben. Ich erkenne, dass sie wichtig sind. Sie tragen Bedeutung, und ich trage Verantwortung.


Kein Zufall: Trainieren macht stark, auch ohne Hanteln.


Wer Ursache und Wirkung versteht, kann bewusster Handeln.
Ein letztes Beispiel:
Eine Person, die wenig im Umgang mit Menschen versteht, würde behaupten, ihre Gesprächspartner beginnen manchmal rein zufällig zu weinen.
Weil sie derartige Reaktionen dem Zufall zuschreibt, ändert sie ihre Handlungen nie.
Wenn sie wüsste, dass sie diese Personen im Gespräch stark beleidigt und sie dadurch zu Tränen bewegt, würde sie die tatsächliche Ursache erkennen und könnte ihre Handlungen und Worte ändern.
Vielleicht beschreibt das Wort „Zufall“ tatsächlich nur unzureichend bestimmte Geschehnisse.
Vielleicht ist das Wort „Zufall“ eine behilfliche Krücke, die wir gerne zur Hand nehmen, wenn die Ursachen eines Geschehens den Rahmen unseres Verständnisses ganz einfach sprengen.
…Aber es gibt immer eine Ursache; man muss lediglich danach suchen.
***
Welche Verantwortung trage ich in "Zufällen"?
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Coren McGirr
Autorenprofil:


Schreibt seit 2022.
Liebt das Philosophieren.
Glaubt, dass jede Frage gestellt werden muss.
Wird von Gedanken, Gesprächen und Erlebnissen inspiriert.
Projektprofil:
Der Carnuntiner


Mark Aurel hatte mit diesen Worten wohl Recht.
"Der Carnuntiner" fasst diesen Gedanken auf und ringt mit den wichtigen Fragen des Lebens.

"Die Kunst des Lebens gleicht eher dem Ringen als dem Tanzen."
Ich vermute, dass das Wort „Zufall“ nur unzureichend bestimmte Geschehnisse beschreibt und vielmehr ein Ausdruck ist, der den Limitationen des menschlichen Verständnisses entstammt.






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