Horse race with spectators and green rolling hills

Flucht vor den Fluten

Gibt es die leisen Stimmen noch?

DER INNERE MENSCH

Coren McGirr

4/7/20263 min lesen

Warum ist es so üblich, dass die Gedanken beim Duschen fließen?

Ich würde vermuten, weil es leise ist.

Es gibt keine Musik, keine Podcasts, keine Hörbücher, keine Filme, keine TV-Serien, keine Werbung, kein Getratsche – nichts.

Es ist still, und so haben die leisen Stimmen endlich Zeit, sich zu melden. Kreativität und Reflexion haben endlich Platz, sich inmitten einer lauten Welt zu entfalten.

Die Stille ist nicht per se still.

Sie bietet lediglich den leisen Stimmen die Möglichkeit, sich zu melden.

Heutzutage haben wir, mehr als je zuvor, einfachen Zugang zu Information – guter Information.

Ich kann innerhalb von Sekunden mit dem Lesen jedes beliebigen Buchs beginnen. Ich kann sie mir sogar vorlesen lassen. Ich kann Nachrichten aus Madagaskar oder Kanada hören und Podcasts aus den USA folgen.

Platons Werke sind online als PDF zu lesen; Nietzsche ist auf Audible.

Lernen war noch nie so einfach.

Doch Vorsicht ist geboten, denn wir werden auch, wie noch nie zuvor, unaufhörlich von Informationen, Meinungen und Unterhaltung überflutet.

Auf einem Stein liegend
Auf einem Stein liegend

Wo gibt es heute noch Stille zu finden?

Sind meine Meinungen wahrlich meine, oder hab ich sie anderen einfach weggenommen?

Und ich frage mich manchmal: Höre ich inmitten all dieser Stimmen noch meine eigene?

Sind meine Ansichten wahrlich meine, oder habe ich sie einfach von den lautesten Stimmen übernommen?

Grüble ich noch selbst über Themen oder hole ich mir lediglich vorgefertigte Antworten von anderen?

Nun, ich möchte mit diesen Worten nicht von der Informationsaufnahme abhalten – überhaupt nicht.

Sehr wohl möchte ich aber dazu ermutigen, die Welle an Informationen stark zu filtern, zwischen Wertvollem und Ablenkung zu differenzieren, und vor allem absichtlich Stille zu suchen, damit Zeit für Reflexion gegeben ist und die leisen Stimmen der eigenen Gedanken auch Platz haben.

***

Das Leben ist ein Spiel - wirklich?

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Coren McGirr

Autorenprofil:

  • Schreibt seit 2022.

  • Liebt das Philosophieren.

  • Glaubt, dass jede Frage gestellt werden muss.

  • Wird von Gedanken, Gesprächen und Erlebnissen inspiriert.

Projektprofil:

Der Carnuntiner

Mark Aurel hatte mit diesen Worten wohl Recht.

"Der Carnuntiner" fasst diesen Gedanken auf und ringt mit den wichtigen Fragen des Lebens.

"Die Kunst des Lebens gleicht eher dem Ringen als dem Tanzen."

„Wir haben uns Zugang zur Welt verschaffen – auf Kosten unserer eigenen Gedanken.“

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Flutwelle
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