Glücksspieler?
Ein Sieg ohne Auszahlung
ZEICHEN DER TUGEND
Worauf setzen wir?
Rot, schwarz? Gerade, ungerade?
Auf welche Schulausbildung setzen wir, auf welche Karriere, auf welches Haus, auf welche*n Ehepartner*in?
Und dann hoffen wir auf einen lukrativen Sieg. Wir hoffen, dass sich die Wette auszahlt; dass das Leben so läuft, wie wir wollen.
Und so ist das Leben eben ein Glücksspiel – manchmal gewinnt man, manchmal verliert man. Die Richtigkeit der Entscheidungen offenbart sich anhand der Erwünschtheit ihrer Folgen.
Doch muss es so sein?
Können wir nur erfolgreich sein, wenn wir mit vollen Taschen austreten, oder gibt es vielleicht eine alternative Option? Gibt es die Möglichkeit, erfolgreich zu sein, auch wenn kein einziger Cent ausgezahlt wird?
Ich glaube, ja:
Beim Roulette haben die einzelnen Felder keinen moralischen Wert. Die ungeraden Zahlen sind genauso gut wie die geraden. Die Sieben ist wie die Zwölf. Schwarz ist wie rot.
Beim Leben ist es aber lange nicht so. Unsere Entscheidungen tragen Gewicht. Sie sind gut oder schlecht, ehrlich oder hinterlistig, selbstlos oder egoistisch.
Und im Leben kann man gewinnen, ohne jemals auch nur einen Cent ausbezahlt zu bekommen. Man muss nur richtig setzen – richtig im Sinne von: den Werten entsprechend, moralisch, ehrlich und selbstlos. Denn allein dann hat man schon gewonnen. Egal, auf welcher Zahl die Kugel landet, das Gewissen verurteilt einen nicht und der Sieg findet statt, noch während die Kugel im Kreis rollt.


Sieben oder zwölf? Beim Roulette gleich; im Leben nicht. (Quelle: thefancarpet.com)


Tugendhaft, bescheiden, selbstlos, beherzt - so gelingt ein Sieg, bei der die Auszahlung nicht wichtig ist.
Das Leben scheint auf den ersten Blick tatsächlich ein Glücksspiel zu sein. Und vielleicht ist es auch wirklich eines, wenn man es als solches betrachtet und lebt – wenn der Erfolg von der Auszahlung abhängt.
Doch vielleicht sollte es gar kein Glücksspiel sein. Und vielleicht sollte ein erfolgreiches Leben nicht an der Größe der Auszahlung gemessen werden.
Es gibt tatsächlich die Möglichkeit, dem Wettspiel zu entkommen. Der Erfolg muss lediglich nicht von der Auszahlung, dem Resultat, abhängig sein, sondern von moralisch gutem Streben, basierend auf Überzeugungen, unabhängig von der Erwünschtheit der Folgen.
Wir müssen keine Spieler sein, die versuchen, ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen; wir müssen lediglich im jeweiligen Moment tugendhaft handeln.
***
Das Leben ist ein Spiel - wirklich?
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Coren McGirr
Autorenprofil:


Schreibt seit 2022.
Liebt das Philosophieren.
Glaubt, dass jede Frage gestellt werden muss.
Wird von Gedanken, Gesprächen und Erlebnissen inspiriert.
Projektprofil:
Der Carnuntiner


Mark Aurel hatte mit diesen Worten wohl Recht.
"Der Carnuntiner" fasst diesen Gedanken auf und ringt mit den wichtigen Fragen des Lebens.

"Die Kunst des Lebens gleicht eher dem Ringen als dem Tanzen."
In gewisser Hinsicht sind wir alle Spieler. Wir sitzen am Roulette-Tisch des Lebens und versuchen unser Glück.






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