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Spazieren wie 1999

Vom ersten Losgehen bis zum Nicht-Ankommen

EIN SINNVOLLES LEBEN

Coren McGirr

8/22/20263 min lesen

Ich frage mich, wer der erste Spaziergänger war.

Was dachte er sich wohl?

Na gut, ich werde mal losgehen“, entschloss er sich eines Tages vielleicht.

Wohin?“, hätten ihn die anderen gefragt.

Das weiß ich nicht.“

Und warum gehst du los?

Das weiß ich auch nicht.“

Und so machte er sich auf den Weg.

Über Felder und Wiesen, durch Wälder und über Hügel. Er ging und ging, bis er schließlich wieder daheim ankam.

Und damit war das Spazieren erfunden: Über einen Umweg zum Ausgangspunkt zurückkehren.

Diese kuriose Aktivität ist in den vergangenen Jahrtausenden erstaunlich populär geworden. Selbst der grassierende Kapitalismus hat die Finger davon nicht fernhalten können. So haben wir Walkmans und Kopfhörer bekommen, Apps und Schrittzähler, Podcasts und Hörbücher, Laufbänder mit Bildschirmen und Schuhe mit Sensoren.

Ja, das Spazieren hat ordentlich an Zubehör gewonnen. Das Ganze kann auf einen Spazier-Frischling ein bisschen abschreckend wirken.

Aber beim Spazieren geht’s um mehr als nur Schritte, Schuhmarken und Musik. Und wir sind gerade dabei, das zu vergessen.

Die großen Denker der Vergangenheit wussten offenbar noch, worum es ging:

Friedrich Nietzsche spazierte, um neue Ideen zu finden.

Jean-Jacques Rousseau setzte einen Fuß vor den anderen, um seine Gedanken in Bewegung zu bringen.

Ludwig van Beethoven ließ sich beim Komponieren gerne durch Spaziergänge in der Natur inspirieren.

Sie alle wussten etwas:

Der erste Spaziergänger legt los!

JJ Rousseau, ein begeisterter Spaziergänger. (Quelle: Medium)

Man spaziert nicht, um anzukommen, sondern um unterwegs zu sein.

Man spaziert nicht, um Schritte zu machen, sondern um Ideen zu sammeln.

Man spaziert nicht, um abgelenkt zu werden, sondern um wahrzunehmen.

Ohne Apps. Ohne Handy. Ohne Hörbuch. Vielleicht aber mit einem kleinen Notizbuch zur Hand.

Und ich denke mir: Das könnten wir wieder öfter brauchen.

Spazieren wie die großen Denker.

Spazieren wie 1999, ohne Zubehör.

Spazieren, um wahrzunehmen. Mit Körper und Geist.

Wie einst der erste Spaziergänger.

***

Spazieren wie 1999.

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Coren McGirr

Autorenprofil:

  • Schreibt seit 2022.

  • Liebt das Philosophieren.

  • Glaubt, dass jede Frage gestellt werden muss.

  • Wird von Gedanken, Gesprächen und Erlebnissen inspiriert.

Projektprofil:

Der Carnuntiner

Mark Aurel hatte mit diesen Worten wohl Recht.

"Der Carnuntiner" fasst diesen Gedanken auf und ringt mit den wichtigen Fragen des Lebens.

"Die Kunst des Lebens gleicht eher dem Ringen als dem Tanzen."

„Mein Kopf funktioniert nur, wenn meine Beine in Bewegung sind.“ ~ Jean-Jacques Rousseau

Was denkst du?

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