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Zu teuer

Der Preis des Guten

ZEICHEN DER TUGEND

Coren McGirr

6/17/20263 min lesen

Wer wird ihm helfen?

Vermutlich sehen ihn die meisten.

Vermutlich wissen sie, dass er Hunger hat.

Vermutlich denken sie, dass sie ungern in derselben Notsituation wären.

Vermutlich verspüren sie Mitleid mit ihm.

Und doch bleibt keiner stehen.

Warum?

Stehenbleiben ist ihnen zu teuer.

Gutes, selbstloses Handeln hat seinen Preis.

Wie viel kostet es, diesem Mann zu helfen?

Helfen kostet Zeit. Wer beim Obdachlosen stehenbleibt, wird womöglich woanders spät ankommen. Irgendetwas muss warten.

Helfen kostet Geld. Wer einem hungrigen Mann in die Augen blickt, kann nicht einfach weitergehen. Eine Mahlzeit muss her.

Helfen kostet Empathie. Wer zuhört, erfährt von Verlust und Einsamkeit. Nicht jede Geschichte lässt sich an der Straßenecke abschütteln.

Stehenbleiben ist teuer - nicht nur für die Geldbörse.

Einen teil der Straßenecke trägt man fortan mit sich.

Diese Kosten mögen gering erscheinen; dennoch sind sie höher als viele bereit sind zu tragen.

Selbstverständlich ist es einfacher, die Verantwortung auf andere Passanten, auf die Regierung oder gar auf den Obdachlosen selbst zu schieben.

Es ist einfacher, Schuld bei anderen zu finden und sich selbst davon fernzuhalten. Doch das entspricht nicht der Natur der Selbstlosigkeit.

Wer selbstlos ist, sucht keine Schuldigen.

Wer selbstlos ist, schiebt die Verantwortung nicht ab.

Wer selbstlos ist, weiß, dass gute Taten ihren Preis haben.

Und nur jene, die bereit sind, diesen Preis zu zahlen, können Gutes tun.

***

Wer den Mantel teilt hat nur noch die Hälfte. St. Martin, von Anthony van Dyck (Quelle: Wikipedia)

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Coren McGirr

Autorenprofil:

  • Schreibt seit 2022.

  • Liebt das Philosophieren.

  • Glaubt, dass jede Frage gestellt werden muss.

  • Wird von Gedanken, Gesprächen und Erlebnissen inspiriert.

Projektprofil:

Der Carnuntiner

Mark Aurel hatte mit diesen Worten wohl Recht.

"Der Carnuntiner" fasst diesen Gedanken auf und ringt mit den wichtigen Fragen des Lebens.

"Die Kunst des Lebens gleicht eher dem Ringen als dem Tanzen."

Ein Obdachloser sitzt am Straßenrand vor einem Lebensmittelgeschäft.

Tausende gehen an ihm vorbei.

Was denkst du?

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