
Die Lüge
Von Wölfen gehetzt
ZEICHEN DER TUGEND
Der Opa erzählt seinem Enkelkind schon zum zehnten Mal dieselbe Geschichte aus seiner Jugend:
„Ich wurde einmal beim Wandern von acht Wölfen gejagt. Ich kam nur davon, weil ich einen Baum hinaufkraxelte.“
Das Enkelkind überlegt kurz und erwidert: „Letztes Mal hast du gesagt, dass es nur vier Wölfe waren.“
Darauf der Opa: „Ja, letztes Mal warst du auch zu jung, um die ganze Wahrheit zu hören.“
Das ist natürlich ein klassischer Witz.
Jetzt aber genug gelacht, schließlich geht es hier um ein ernstes Thema: die Lüge.
Hat der Opa sein Enkelkind angelogen?
Ist Lügen falsch?
Ist die Notlüge gut?
Viele Fragen tauchen auf.
Fangen wir vielleicht mit dieser an:
Was ist eine Lüge?
Eine Lüge ist der Versuch, die Realität verzerrt darzustellen.
Meistens wird dies getan, um den unangenehmen Folgen eigener Handlungen auszuweichen.
Denn an alle Worte, Entscheidungen und Taten sind bestimmte Konsequenzen gebunden.
Wir lügen, weil wir uns selbst oder andere vor diesen Konsequenzen bewahren möchten.
Die Lüge verspricht, Handlungen von deren Folgen zu trennen.
Doch, die Lüge lügt – wer hätte das nur gedacht?
Die Realität hat eine nervige Art, Konsequenzen nicht einfach in die Luft verschwinden zu lassen: Konsequenzen werden durch Lügen nicht ausgelöscht, sondern lediglich aufgeschoben und zu einem späteren Zeitpunkt – oft mit Zinsen – vergeltet.


Ein Geflecht aus Lügen - wie oft verfangen wir uns darin?


Ewig kann man nicht im Baum verharren.
Wenn wir also versuchen, mithilfe von Lügen den Folgen unserer Handlungen zu entkommen, dann hetzen sie uns durch das Leben – genau wie die Wölfe den Opa den Baum hochgejagt haben. Aber ewig kann man nicht im Baum verharren. Und die Wölfe warten – ein Leben lang.
Auf kurze Sicht scheint es oft, als würde sich eine Lüge auszahlen. Die Konsequenzen scheinen unerträglich zu sein; die Versuchung, ihnen auszuweichen, zu groß.
Doch die Wölfe erschöpfen nie.
Lass dich nicht von ihnen durchs Leben hetzen.
Sei stets ehrlich. Lüge nicht.
… Lüge nie.
Wie sieht es denn eigentlich mit der Notlüge aus?
Ist sie vielleicht die Ausnahme, die die Regel bestätigt?
Weiter geht's in Teil II.
***
Eine Lüge hinterlässt Spuren.
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Coren McGirr
Autorenprofil:


Schreibt seit 2022.
Liebt das Philosophieren.
Glaubt, dass jede Frage gestellt werden muss.
Wird von Gedanken, Gesprächen und Erlebnissen inspiriert.
Projektprofil:
Der Carnuntiner


Mark Aurel hatte mit diesen Worten wohl Recht.
"Der Carnuntiner" fasst diesen Gedanken auf und ringt mit den wichtigen Fragen des Lebens.

"Die Kunst des Lebens gleicht eher dem Ringen als dem Tanzen."
Als Volksschüler las ich in einem Schulmagazin einen Witz, der mir heute noch in Erinnerung bleibt:








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